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NGO Supporter Relationship Report 2026 | Fundraising Kommunikation, Supporterbindung & Digitalisierung

In Deutschland investieren viele gemeinnützige Organisationen enormes Herzblut in ihre Arbeit. Doch wenn es um Fundraising, Kommunikation und den strukturierten Beziehungsaufbau geht, bleibt das Potenzial oft ungenutzt. Das zeigt der NGO Supporter Relationship Report 2026 über Kommunikation, Datenprozesse und Automatisierung im deutschen Fundraising.
Der Report zeigt, welchen starken Einfluss die Kommunikation mit Unterstützenden auf die Einnahmen, das Vertrauen und die langfristige Bindung von Unterstützenden hat. Dazu wurden 122 NGOs und 10.284 Datenpunkte analysiert, darunter Spendenformulare, Erstkontaktstrecken, Newsletter-Flows, Datenstrukturen und der Automatisierungsgrad.
Das zentrale Ergebnis ist eindeutig: 70 % des Fundraising-Potenzials entstehen im Übergang vom Erstkontakt zur langfristigen Beziehung – doch genau dort verlieren die meisten Organisationen ihre Unterstützenden. Während 10 %des Wachstums über Neuspenden und 20 % über Beitragserhöhungen erzielt werden, liegt der größte Hebel im Beziehungsaufbau. Der Report bezeichnet diese Lücke als den „Supporter Relationship Gap“.
Die drei größten Herausforderungen im Supporter Relationship Gap
1) Lückenhafte Supporter-Kommunikation
Die Studie zeigt, dass viele Organisationen ihre Unterstützenden weder verlässlich noch zeitnah kontaktieren. Dabei ist genau dieser Zeitraum entscheidend – emotional,motivational und finanziell. Wer hier früh ansetzt, stärkt die Supporterbindung langfristig.
Wichtige Zahlen aus dem Report:
74 % der untersuchten NGOs versenden 30 Tage lang keinen Newsletter nach Anmeldung
98 % verschicken nach einer Spende keine inhaltlichen Informationen.
78 % senden keinen Double Opt-in, wenn der Newsletter im Spendenformular abonniert wird.
Der Erstkontakt ist jedoch der stärkste emotionale Moment im Fundraising. Wenn hier keine Verbindung entsteht, fällt es schwer, langfristige Spenderbindung aufzubauen.
2) Unverbundene Datenverhindern konsistente Kommunikation
Viele Teams arbeiten mit mehreren Tools, die kaum miteinander verknüpft sind. Dadurch fehlt die Grundlage für moderne Fundraising Kommunikation: einheitliche Supporter-Historien, klare Journeys, Segmentierung und verlässliche Kontaktpunkte.
Zentrale Studienbefunde:
- 45 % bieten kein Newsletter-Opt-in im Spendenformular.
- Nur 4 % nutzen ein CRM aus dem E-Commerce-Bereich.
- Nur 2 % nutzen ein spezialisiertes Supporter Relationship Management (SRM).
Ohne verknüpfte Daten können Organisationen keine konsistente Kommunikation aufbauen – weder inhaltlich noch zeitlich.
3) Automatisierung wird kaum genutzt – und das bremst Beziehungen aus
Automatisierte Willkommensstrecken, Spenden-Danksagungen oder persönliche Updates erzeugen Nähe und entlasten Teams. Doch die Studie zeigt: Nur 2 % der Organisationen nutzen Systeme, die automatisierte Beziehungsarbeit unterstützen.
Folgen:
- Unterstützende fühlen sich nicht begleitet oder wertgeschätzt,
- Teams arbeiten am Limit,
- Spenden bleiben isolierte Ereignisse,
- persönlicher Bezug fehlt in der Nachkommunikation.
Gerade im Kontext der Fundraising Digitalisierung ist Automatisierung einer der stärksten Hebel, um Nähe skalierbar und personalisiert zu gestalten.
Positive Entwicklungen im Sektor
Trotz der Herausforderungen zeigt der Report auch starke Fortschritte:
1) Datenschutz wird ernst genommen
Viele Organisationen setzen bei sensiblen Informationen bewusst auf deutsche Anbieter und schaffen damit Vertrauen.
2) Kleinere Organisationen wirken überraschend agil
Sinkende Toolkosten und schnelle Amortisation (< 3 Monate) ermöglichen es kleinen Teams, besonders wirkungsvoll zu arbeiten.
3) Gute Praxisunabhängig von der Größe
Entscheidend sind Struktur, Klarheit und die Bereitschaft, Prozesse zu professionalisieren – nicht das Budget.
Drei zentrale Handlungsfelder für NGOs
1) Beziehungspflegepriorisieren
70 % des Potenzials liegen zwischen Erstkontakt und langfristiger Bindung. Dazu gehören:
- zeitnahe Kommunikation
- persönliche Geschichten
- verhaltensbasierte Relevanz
- regelmäßige, klare Updates
2) Daten verbinden, um Kommunikation zu ermöglichen
Verknüpfte Daten sind die Grundlage jeder modernen Fundraising Digitalisierung. Sie machen Kommunikation relevant, konsistent und ressourcenschonend.
3) Automatisierung nutzen, um Nähe skalierbar zu machen
Automatisierung ersetzt keine Menschen, sondern schafft die Voraussetzungen dafür, dass Teams überhaupt Beziehungsarbeit leisten können.
Fazit –Beziehungspflege ist heute kein „Nice-to-have“ mehr
Der NGO Supporter Relationship Report 2026 zeigt eindeutig: Deutsche NGOs haben engagierte Teams und motivierte Unterstützende, doch es fehlen Strukturen, die aus Kontakten Beziehungen machen.
Wer in Supporterreisen, Fundraising, Kommunikation und intelligente Prozesse investiert, baut Beziehungen auf, die wirken. Beziehungspflege ist kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor im Fundraising – und nur durch kluge Automatisierung realistisch umsetzbar.
Schreiben Sie uns hier wenn Sie den ausführlichen Report erhalten möchten.

